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Reiki für Coaches und systemische Berater: Körperwahrnehmung in die Begleitung einbeziehen

Autorenbild: Carina Schmitz
Carina Schmitz
vor 20 Stunden
5 Min. Lesezeit

Wer als Coach:in oder systemische Berater:in arbeitet, kennt vermutlich diese Momente: Ein Gespräch war intensiv, wichtige Zusammenhänge sind sichtbar geworden und vielleicht hat die Klientin oder der Klient eine neue Perspektive auf ein Thema gewonnen. Vieles wurde ausgesprochen, reflektiert und verstanden. Und manchmal entsteht genau dann der Wunsch, nicht sofort mit der nächsten Frage weiterzumachen, sondern dem Erlebten erst einmal Raum zu geben.


Carina Schmitz gibt einem Mann im Hamburger Stadtpark eine Reiki-Anwendung durch sanftes Auflegen der Hände.

Ich kenne diese Situation aus meiner eigenen Arbeit als Health Coachin. Systemische Fragen, Perspektivwechsel und Reflexion sind wichtige Bestandteile meiner Begleitung. Gleichzeitig beschäftige ich mich schon lange damit, welche Rolle die Körperwahrnehmung in solchen Prozessen spielen kann und wie sich neben dem Gespräch auch andere Formen der Erfahrung einbeziehen lassen.

Eine Methode, die ich dafür in meiner eigenen Praxis nutze, ist Jikiden Reiki. Ich verbinde Coaching und Reiki miteinander und bilde inzwischen selbst Menschen in den Grundlagen dieser traditionellen japanischen Methode aus.

Dabei begegnen mir zunehmend selbstständige Coaches und systemische Berater:innen, die Reiki kennenlernen möchten, um ihr bestehendes Angebot zu ergänzen. Manche beschäftigen sich bereits mit Embodiment oder körperorientierten Methoden. Andere suchen ganz bewusst nach einer Möglichkeit, ihre Arbeit um eine ruhige, nicht gesprächsbasierte Anwendung zu erweitern.

Doch wie passt Reiki eigentlich zum Coaching? Was unterscheidet es von anderen körperorientierten Ansätzen? Und was kannst du nach einer Reiki-Ausbildung in deiner eigenen Praxis damit machen?

Warum Körperwahrnehmung im Coaching eine Rolle spielt

Im Coaching arbeiten wir häufig mit Sprache. Wir stellen Fragen, betrachten Situationen aus unterschiedlichen Perspektiven, erkennen Muster und entwickeln neue Handlungsmöglichkeiten. Das kann sehr wertvoll sein. Gleichzeitig besteht menschliches Erleben nicht nur aus Gedanken und Worten.


Hier setzen unterschiedliche körperorientierte Methoden an. Unter Begriffen wie Embodiment, somatisches Coaching oder Körperwahrnehmung werden Ansätze zusammengefasst, die körperliches Erleben bewusster in die Begleitung einbeziehen.

Das kann beispielsweise über Bewegung, Körperhaltung, Atemübungen, die Wahrnehmung körperlicher Empfindungen oder andere Formen der Aufmerksamkeit geschehen. Die jeweiligen Methoden unterscheiden sich allerdings erheblich in ihrem Hintergrund, ihrer Ausbildung und ihrer praktischen Anwendung. Ich finde diese Entwicklung interessant, weil sie eine Frage aufgreift, die mich selbst in meiner Coachingarbeit beschäftigt: Wie können wir Menschen nicht nur zum Nachdenken einladen, sondern ihnen auch Raum geben, sondern auch ihren eigenen Körper als Ressource zu nutzen, indem sie selbstwirksam ihre eigene Wahrnehmung einbeziehen und darüber möglicherweise entscheidende Impulse zur Klarheitsgewinnung und Entscheidungsfindung erhalten?

Reiki und Embodiment: Was verbindet die Ansätze, und was unterscheidet sie?

Wer nach einer Weiterbildung im Bereich Embodiment oder körperorientiertes Coaching sucht, wird wahrscheinlich nicht als Erstes an Reiki denken. Trotzdem kann die Methode für Menschen interessant sein, die sich mit Körperwahrnehmung und der Verbindung von Gespräch und körperlichem Erleben beschäftigen.

Wichtig ist mir dabei eine klare Unterscheidung: Reiki ist keine Embodiment-Technik im engeren Sinne und auch keine Form des systemischen Coachings. Jikiden Reiki ist eine traditionelle japanische Methode der Handauflegung. Bei einer Anwendung liegt die empfangende Person in der Regel vollständig bekleidet auf einer Liege, während die Reiki-Praktizierende ihre Hände an unterschiedlichen Körperpositionen auflegt.

Bei vielen Embodiment-Ansätzen wird die Person selbst aktiv. Sie verändert beispielsweise ihre Haltung, führt Bewegungen aus oder richtet ihre Aufmerksamkeit gezielt auf bestimmte körperliche Empfindungen. Bei einer Reiki-Anwendung muss sie dagegen nichts tun oder üben. Sie kann ruhig liegen und durch die Anwendung ins Spüren und Wahrnehmen kommen.

Gerade diesen Unterschied finde ich für meine Arbeit spannend. Im Coaching sind Klient:innen häufig aktiv beteiligt: Sie reflektieren, formulieren, beantworten Fragen und entwickeln Ideen. Reiki eröffnet daneben eine andere Situation, in der keine sprachliche Auseinandersetzung erforderlich ist und dennoch das Unterbewusstsein mit aktiviert werden kann.

Das bedeutet nicht, dass Reiki dieselben Ziele verfolgt wie Embodiment oder dass sich die Wirkungsweisen gleichsetzen lassen. Für mich liegt die Verbindung vielmehr darin, dass körperliches Erleben und persönliche Wahrnehmung einen Platz bekommen können, die den Klient:innen persönliche Antworten ermöglichen.

Wie ich Coaching und Jikiden Reiki in meiner Praxis kombiniere

In meiner eigenen Praxis nutze ich Coaching und Reiki als zwei eigenständige Methoden, die sich je nach Anliegen und Wunsch miteinander verbinden lassen.

Zu Beginn steht häufig das Gespräch. Wir beschäftigen uns mit dem Thema, das die Klientin oder der Klient mitbringt, betrachten Zusammenhänge und arbeiten mit Fragen und Reflexion.

Im Anschluss kann eine Reiki-Anwendung folgen. Während dieser Zeit muss nichts besprochen oder analysiert werden. Die Person liegt auf der Liege und kann ihre Aufmerksamkeit auf das richten, was sie gerade wahrnimmt und ob der Körper bei dem vorher besprochenen mitgeht oder sich gegebenenfalls durchs Fühlen neue Erkenntnisse und Richtungen für die Klient:innen ergeben.

Genau diese Kombination kann auch für andere Coaches interessant sein, die ihr bisheriges Angebot erweitern möchten.

Reiki als zusätzliche Methode für selbstständige Coaches und systemische Berater

Wenn du bereits selbstständig als Coach:in oder Berater:in arbeitest, hast du vermutlich eine eigene Haltung entwickelt und Methoden gefunden, mit denen du gerne arbeitest. Eine zusätzliche Ausbildung muss diese Grundlage nicht ersetzen.

Vielleicht möchtest du vielmehr eine weitere Möglichkeit kennenlernen, mit Menschen zu arbeiten – eine, die nicht auf Fragen, Übungen oder Gesprächsführung basiert.

Nach dem Erlernen der Reiki-Grundlagen kannst du Reiki für dich selbst anwenden und deine eigenen Erfahrungen mit Reiki als Kombination zu anderen Coaching- und Beratungsangeboten machen. Gleichzeitig bist du nach der Ausbildung aber auch bereits dazu berechtigt, Reiki im Haupt- oder Nebenerwerb unmittelbar auch deinen Klient:innen anzubieten.

Wie du Reiki später beruflich nutzt, hängt von deinem bestehenden Angebot und deinem beruflichen Rahmen ab. Denkbar ist beispielsweise, eigenständige Reiki-Termine anzubieten oder eine Reiki-Anwendung ergänzend zu einer Coaching-Sitzung zu ermöglichen.

Dabei würde ich immer transparent machen, welche Methode gerade angewendet wird. Wer ein Coaching bucht, sollte wissen, wann ein Gespräch stattfindet und wann eine eigenständige Reiki-Anwendung angeboten wird. Auch die Zustimmung zu einer körpernahen Anwendung und die persönlichen Grenzen der Klient:innen sind selbstverständlich zu berücksichtigen.


Muss ich spirituell sein, um Reiki zu lernen?

Diese Frage begegnet mir gerade bei Menschen, die aus einem Coaching- oder Beratungshintergrund kommen.

Manche haben sich bisher vor allem mit systemischen Methoden, Kommunikation oder psychologischen Modellen beschäftigt und sind unsicher, ob Reiki zu ihrer bisherigen Arbeitsweise passt.

Ich finde, du musst dafür keine bestimmte spirituelle Haltung mitbringen.

Jikiden Reiki hat eine eigene japanische Geschichte und Tradition. Dazu gehört auch das traditionelle Verständnis von Reiki als Lebensenergie. Wenn du die Methode lernst, beschäftigst du dich mit diesem Hintergrund und mit den überlieferten Formen der Anwendung.

Du musst aber nicht schon vor dem Seminar eine bestimmte Erfahrung gemacht haben oder ein festes Weltbild teilen. Reiki ist keine Religion. Du kannst neugierig sein, Fragen stellen und zunächst kennenlernen, wie Reiki praktisch angewendet wird.

Wenn du mehr über den Ursprung und die Überlieferung erfahren möchtest, findest du dazu meinen Blogbeitrag „Was ist Jikiden Reiki?“.

Welche Reiki-Ausbildung eignet sich als Einstieg?

Wenn du Reiki bisher noch nicht gelernt hast, ist im Jikiden Reiki das Shoden-Seminar dein Einstieg. Shoden bezeichnet die erste Ausbildungsstufe. Hier lernst du die Grundlagen des Jikiden Reiki kennen, sowohl für die Selbstanwendung als auch für die Anwendung bei anderen Menschen.

Ich unterrichte Shoden in Hamburg-Barmbek-Nord an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Wir arbeiten in einer kleinen Gruppe mit viel Zeit für die praktische Anwendung und für Fragen.

Du benötigst keine Reiki-Vorkenntnisse. Auch eine Coaching- oder Beratungsausbildung ist keine Voraussetzung. Umgekehrt musst du nach Shoden nicht selbstständig arbeiten oder Reiki beruflich anbieten. Viele Leute lernen die Methode ausschließlich für sich selbst und ihr persönliches Umfeld.

Für Coaches und systemische Berater:innen kann das Seminar besonders interessant sein, weil sie bereits Erfahrung in der Begleitung von Menschen mitbringen und nun eine zusätzliche, anders ausgerichtete Methode kennenlernen möchten.

Mir ist wichtig, dass du Reiki im Seminar nicht nur theoretisch kennenlernst, sondern selbst anwendest und auch eine Anwendung empfängst. So kannst du dir einen eigenen Eindruck verschaffen. Alle Informationen zu den Inhalten, Terminen und zur Kursgebühr findest du auf meiner Ausbildungsseite.

Wenn du Fragen dazu hast, wie ich Reiki und Coaching in meiner eigenen Arbeit verbinde, kannst du mir auch gerne schreiben.

Hinweis: Reiki ist keine medizinische, heilkundliche oder psychotherapeutische Behandlung und ersetzt keine entsprechende Diagnostik oder Behandlung.

 
 
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