5 Wege, wie du mit Reiki Geld verdienen kannst

Darf man mit Reiki eigentlich Geld verdienen wollen? Diese Frage begegnet mir immer wieder – manchmal ausgesprochen, manchmal eher zwischen den Zeilen.
Seit ich das erste Mal mit Reiki in Kontakt kam, habe ich viele Reiki-Praktizierende kennengelernt, die unglaublich gerne geben. Sie schenken Reiki-Anwendungen im Freundes- und Familienkreis, bieten Sitzungen gegen einen kleinen „Energieausgleich“ an oder nehmen für ihre Zeit deutlich weniger, als sie für eine andere professionelle Dienstleistung verlangen würden.

Und sobald es ums Geldverdienen geht, scheint das Thema manchmal wie ein rotes Tuch zu sein. Da kommen Fragen auf wie: Kann ich Reiki aus Überzeugung praktizieren und gleichzeitig wirtschaftlich denken? Darf ich mit Energiearbeit Geld verdienen wollen? Verliert Reiki dadurch etwas von seinem ursprünglichen Gedanken?
Ich persönlich finde: Das eine muss das andere nicht ausschließen.
Natürlich kannst du Reiki einfach für dich selbst, deine Familie oder Freund:innen lernen und anwenden. Du kannst Reiki verschenken, ehrenamtlich einsetzen oder dich bewusst dafür entscheiden, damit keinen Cent zu verdienen. Genauso darfst du meiner Ansicht nach aber überlegen, wie Reiki Teil deiner beruflichen Tätigkeit werden kann – und wie du für deine Zeit, deine Ausbildung und deine Arbeit angemessen bezahlt wirst.
Ich selbst habe Reiki inzwischen in ganz unterschiedlichen beruflichen Kontexten eingesetzt: in meiner eigenen Praxis, in Verbindung mit meinem Health Coaching, in Kooperationen und bei Veranstaltungen sowie im Unternehmenskontext. Und seit meiner Ausbildung zur Jikiden Reiki Shihan Kaku darf ich Reiki auch unterrichten.
Deshalb möchte ich dir fünf Möglichkeiten zeigen, wie Reiki Teil eines beruflichen Angebots werden kann. Nicht jede davon wird zu dir passen – und genau das muss sie auch nicht. Vielleicht hast du beim Lesen einen kleinen Funken Inspiration und entwickelst eine Idee, wie sich Reiki für dich monetarisieren kann.
1. Reiki als eigene Dienstleistung anbieten
Der naheliegendste Weg ist natürlich die eigene Reiki-Praxis. Du bietest Reiki-Anwendungen an und wirst für deine Zeit und deine Dienstleistung bezahlt.
Das muss nicht bedeuten, dass du sofort einen eigenen Praxisraum mietest und fünf Tage pro Woche Reiki anbietest. Du kannst klein anfangen: mit einzelnen Terminen, bestimmten Praxistagen, Hausbesuchen oder einem Raum, den du stunden- oder tageweise nutzt.
Ich finde es dabei hilfreich, Reiki tatsächlich als Dienstleistung zu betrachten. Denn Kund:innen bezahlen nicht nur für die Minuten, in denen deine Hände auf ihrem Körper liegen. Hinter einem professionellen Angebot stecken unter anderem deine Ausbildung, deine Zeit, Räume, Versicherungen, Buchhaltung, Terminorganisation, Website und Marketing.
Und natürlich darfst du trotzdem entscheiden, dass du manche Anwendungen verschenkst. Das tue ich auch. Der Unterschied besteht für mich darin, ob ich mich bewusst dafür entscheide, etwas zu verschenken, oder ob ich eigentlich gerne Geld mit meiner Arbeit verdienen würde, mich aber nicht traue, einen Preis dafür zu verlangen.
Wenn du Reiki professionell anbieten möchtest, kannst du außerdem überlegen, welche Angebotsstruktur zu dir passt. Möchtest du einzelne Reiki-Sitzungen anbieten? Ein Kennenlernangebot für neue Kund:innen? Mehrere Termine als zusammenhängendes Angebot? Oder unterschiedliche Formate für unterschiedliche Zielgruppen?
Es muss nicht gleich ein ausgefeiltes Geschäftsmodell daraus werden. Aber es darf eines werden.
2. Reiki mit einer bestehenden Dienstleistung verbinden
Diese Möglichkeit finde ich besonders spannend, weil man für ein Reiki-Business nicht zwangsläufig bei null anfangen muss. Vielleicht arbeitest du bereits mit Menschen und hast eine Dienstleistung, zu der Reiki gut passen könnte.
Ich kenne beispielsweise eine Hair-Stylistin, die Reiki gelernt hat und überlegt, wie sie es zukünftig als zusätzliche Entspannungserfahrung für ihre Kund:innen anbieten kann. Eine systemische Beraterin und Achtsamkeits-Coachin aus meinem Umfeld möchte Reiki in ihre Arbeit integrieren und es unter anderem als ergänzenden Rahmen für Körper- und Selbstwahrnehmung nutzen.
Bei mir selbst ist es ähnlich: Neben meiner Reiki-Praxis arbeite ich als Health Coachin. Dabei verbinde ich zertifiziertes ressourcenorientiertes Coaching und kurze Reiki-Einheiten miteinander.
Dabei finde ich eine Frage besonders hilfreich:
Was kann Reiki zu einer Dienstleistung beitragen, die ich ohnehin schon anbiete?
Vielleicht arbeitest du im Wellnessbereich, im Yoga, in der Beratung, in HR, in der Pflege, im Coaching oder in einem anderen Beruf, in dem du Menschen begleitest. Dann kann Reiki ein zusätzlicher Baustein deines Angebots werden, anstatt ein vollkommen neues Business sein zu müssen.
Wichtig ist für mich dabei, transparent zu bleiben: Was ist die ursprüngliche Dienstleistung, was ist Reiki und in welchem Rahmen wird es eingesetzt? Gerade wenn deine Arbeit gesundheitliche Themen berührt, kann es außerdem für dich wichtig sein, darauf zu achten, Reiki nicht mit medizinischen Wirk- oder Heilversprechen zu vermarkten.
3. Kooperationen mit Studios, Marken und Events eingehen
Du brauchst nicht zwangsläufig deine eigene Praxis, um mit Reiki Geld zu verdienen.
Eine Möglichkeit, die ich selbst sehr gerne nutze, sind Kooperationen.
Das können beispielsweise Yogastudios, Concept Stores, Retreats, Veranstaltungen oder Marken sein, zu deren Konzept Reiki passt. Statt darauf zu warten, dass einzelne Kund:innen einen Termin bei dir buchen, entwickelst du gemeinsam mit einem anderen Unternehmen oder einer Veranstalterin ein Format.
Das kann ganz unterschiedlich aussehen: kurze Reiki-Anwendungen im Rahmen eines Events, ein eigener Reiki-Bereich bei einer Veranstaltung oder ein gemeinsames Angebot mit einer anderen Dienstleistung.
Für mich verändert sich dadurch auch die Frage der Kundengewinnung. Ich muss nicht immer nur überlegen: Wie bekomme ich die nächste Person in meine Praxis? Ich kann genauso überlegen:
Wer hat bereits Zugang zu Menschen, für die mein Angebot interessant sein könnte – und was könnten wir gemeinsam entwickeln?
Natürlich muss nicht jede Kooperation bezahlt sein. Gerade am Anfang kann es Situationen geben, in denen du dich bewusst für einen anderen Gegenwert entscheidest. Aber auch hier finde ich wichtig, nicht automatisch davon auszugehen, dass Reiki kostenlos angeboten wird, nur weil du dadurch sichtbarer werden möchtest.
Du bringst deine Zeit, deine Qualifikation und eine konkrete Dienstleistung in eine Kooperation ein. Darüber darf auch ganz selbstverständlich wirtschaftlich verhandelt werden.
4. Reiki für Unternehmen anbieten
Noch einmal etwas anders als Kooperationen mit Studios oder Marken ist für mich der klassische B2B-Bereich.
Unternehmen investieren in Gesundheitstage, Mitarbeitenden-Events, Offsites und unterschiedliche Angebote rund um Pausen, Regeneration und Wohlbefinden. Auch Reiki kann – passend zum jeweiligen Unternehmen und Veranstaltungsformat – als Angebot eingebunden werden.
Ich selbst biete Reiki deshalb auch für Unternehmen in Hamburg an.
Hier finde ich es sinnvoll, Reiki im B2B-Kontext aus der Perspektive des Unternehmens zu denken. Eine Personalverantwortliche oder Eventagentur möchte beispielsweise wissen: Wie lässt sich das Angebot organisatorisch integrieren? Wie lange dauert eine Einheit? Wie viele Mitarbeitende können teilnehmen? Was wird räumlich benötigt? Was genau erwartet die Teilnehmenden?
Wo könnte das Angebot sinnvoll eingebunden werden? Passt es zu einem Gesundheitstag? Zu einem Event? Zu einem Offsite? Oder zu einem Format, bei dem Mitarbeitende zwischendurch bewusst aus einem intensiven Arbeitstag herauskommen können?
Du kannst ein Angebot entwickeln, das in einen konkreten Unternehmenskontext passt.
5. Reiki unterrichten und dein Wissen weitergeben
Ein weiterer möglicher Weg ist das Unterrichten von Reiki. Das setzt natürlich voraus, dass du in der Reiki-Tradition, in der du praktizierst, auch entsprechend zum Unterrichten ausgebildet und autorisiert bist. Nicht jede Person, die Reiki gelernt hat oder selbst Anwendungen anbietet, kann automatisch Reiki-Kurse geben.
Ich praktiziere Jikiden Reiki und habe meine Ausbildung bis zur Stufe Shihan Kaku absolviert. Dadurch darf ich das erste Jikiden Reiki Seminar, Shoden unterrichten und Menschen selbst in diese Reiki-Tradition einführen.
Wirtschaftlich eröffnet das noch einmal ein anderes Angebot als einzelne Reiki-Sitzungen. Statt ausschließlich Zeit gegen einzelne Anwendungen zu tauschen, kannst du – sofern deine Ausbildung und Reiki-Tradition das vorsehen – Seminare oder Kurse anbieten.
Ich würde Reiki-Unterrichten allerdings nicht nur deshalb anstreben, weil es ein weiterer Weg ist, Geld zu verdienen. Für mich gehört dazu auch die Frage, ob ich wirklich gerne Wissen vermittle, Menschen beim Lernen begleite und Verantwortung für eine fundierte Ausbildung übernehmen möchte. Wenn das zu dir passt, kann Unterrichten langfristig ein weiterer Bestandteil deiner beruflichen Arbeit mit Reiki sein.
Du musst dich mit Reiki nicht selbstständig machen
Einen sechsten Gedanken möchte ich ergänzen, obwohl er streng genommen keiner meiner fünf Wege ist.
Mit Reiki beruflich etwas anzufangen bedeutet nicht automatisch, sich selbstständig zu machen.
Denn vielleicht arbeitest du bereits in einem Beruf, in dem eine zusätzliche Reiki-Ausbildung für dich sinnvoll sein kann. Das könnte beispielsweise in Pflege- und Betreuungsberufen oder in anderen Tätigkeiten der Fall sein, in denen du unmittelbar mit Menschen arbeitest – immer vorausgesetzt, der konkrete berufliche Rahmen ermöglicht den Einsatz.
Dann kann Reiki auch Teil deines persönlichen Upskillings sein.
Wenn du dich auf eine neue Stelle bewirbst, kannst du eine entsprechende Zusatzqualifikation in deinem Profil aufführen und im Gespräch erläutern, welche zusätzlichen Fähigkeiten und Erfahrungen du dadurch in deine Arbeit einbringst und wie du sie im jeweiligen beruflichen Rahmen einsetzen möchtest.
Das bedeutet natürlich nicht automatisch, dass du deshalb mehr verdienst oder bei einer Bewerbung bevorzugt wirst. Aber ich finde, man darf Reiki auch als berufsbegleitende Ausbildung kommunizieren und selbstbewusst darüber sprechen, anstatt diese Qualifikation im beruflichen Kontext zu verschweigen.
Und vielleicht entsteht daraus sogar eine ganz neue Idee mit deinem Arbeitgeber.
Reiki und Geld – passt das für mich zusammen?
Ich glaube, hinter der Frage „Wie kann ich mit Reiki Geld verdienen?“ steckt häufig noch eine andere: Darf ich das überhaupt wollen?
Solche Gedanken entstehen nicht im luftleeren Raum. Wir alle bringen unsere eigene Geschichte mit Geld mit: das, was wir in unserer Familie darüber gelernt haben, welche Vorstellungen wir über Erfolg haben, wie leicht oder schwer es uns fällt, den Wert unserer eigenen Arbeit zu benennen – und wie wohl wir uns überhaupt damit fühlen, Geld verdienen zu wollen. Genau deshalb finde ich es spannend, an dieser Stelle nicht nur über Preise oder Geschäftsmodelle zu sprechen, sondern über die eigene Haltung zu Geld.
Denn vielleicht ist gar nicht die Frage „Was darf eine Reiki-Sitzung kosten?“ das eigentliche Problem. Vielleicht lohnt sich vorher die Frage: Was glaube ich eigentlich über Menschen, die mit ihrer Arbeit gut verdienen? Was denke ich über mich selbst, wenn ich einen höheren Preis verlange? Fällt es mir leichter zu geben als zu nehmen? Und habe ich möglicherweise gelernt, dass eine Arbeit nur dann wirklich von Herzen kommt, wenn Geld dabei keine große Rolle spielt?
Solche Glaubenssätze können ziemlich hartnäckig sein. Sie sind aber nicht automatisch Wahrheiten. Man kann sie wahrnehmen, hinterfragen und daran arbeiten.
Vielleicht lohnt es sich zunächst herauszufinden, was du selbst über Geld, Erfolg, Geben und deinen eigenen Wert glaubst.
Genau an solchen Punkten kann Coaching interessant werden.
In meinem Life & Business Health Coaching arbeite ich unter anderem mit persönlichen Überzeugungen und Glaubenssätzen, die unser Verhalten beeinflussen können. In dem Kontext finde ich die Frage spannend: Was hält dich konkret davon ab, das umzusetzen, was du eigentlich möchtest?
Das kann beim Thema Selbstständigkeit die eigene Haltung zu Geld sein. Es können aber genauso Unsicherheit, Perfektionismus, Schwierigkeiten beim Setzen von Grenzen oder die Angst davor sein, mit dem eigenen Angebot sichtbar zu werden.
Gerade wenn du bereits weißt, was du anbieten möchtest, aber merkst, dass du bei der Umsetzung immer wieder an denselben Stellen hängen bleibst, kann es sinnvoll sein, sich einmal mit dem auseinanderzusetzen, was darunterliegt.
Möchtest du Reiki selbst lernen?
Vielleicht liest du diesen Artikel, weil du bereits Reiki praktizierst und überlegst, wie du damit beruflich weitergehen möchtest.
Vielleicht stehst du aber noch einen Schritt davor und fragst dich, ob eine Reiki-Ausbildung überhaupt zu dir passt.
Ich selbst praktiziere Jikiden Reiki, eine japanische Reiki-Tradition, und bin als Shihan Kaku ausgebildet. Neben meiner Arbeit mit Reiki-Kund:innen darf ich dadurch Jikiden Reiki Shoden unterrichten.
In meinen Shoden-Kursen geht es zunächst darum, Reiki selbst zu erlernen, die Grundlagen und Hintergründe dieser Tradition kennenzulernen und praktische Erfahrung zu sammeln. Was du anschließend daraus machst, darf ganz unterschiedlich aussehen.
Vielleicht möchtest du Reiki nur für dich lernen. Vielleicht für deine Familie. Vielleicht möchtest du es später mit deinem bestehenden Beruf verbinden oder langfristig einen eigenen beruflichen Weg damit entwickeln.
Hinweis: Reiki ist keine medizinische, heilkundliche oder psychotherapeutische Behandlung und ersetzt keine entsprechende Diagnostik oder Behandlung.


