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Reiki zum ersten Mal: Worauf du bei der Auswahl eines passenden Reiki-Anbieters achten kannst

Autorenbild: Carina Schmitz
Carina Schmitz
24. Sept.
8 Min. Lesezeit

Vielleicht hast du schon länger den Gedanken, Reiki einmal auszuprobieren. Vielleicht hat dir jemand davon erzählt, du hast eine Empfehlung bekommen oder bist bei der Suche nach einer Möglichkeit für bewusste Entspannung und Körperwahrnehmung darauf gestoßen. Und dann beginnst du zu recherchieren – und merkst ziemlich schnell, dass Reiki nicht gleich Reiki ist. Es gibt Reiki Practitioner, Reiki Meister:innen und Lehrer:innen, unterschiedliche Traditionen und Ausbildungswege. Manche Websites sprechen sehr nüchtern über Reiki, andere von Krankheitsbildern, Blockaden oder Heilung. Dazu kommen unterschiedliche Preise, Behandlungsdauern und Vorstellungen davon, was während einer Sitzung eigentlich passiert.

Japanischer Weg mit Torii-Toren als Symbol für den eigenen Weg bei der Wahl eines passenden Reiki-Anbieters

Wie soll man also entscheiden, bei wem man einen ersten Reiki-Termin bucht? Welche Reiki-Praxis zu dir passt, kann dir letztlich niemand abnehmen. Menschen wünschen sich unterschiedliche Formen der Begleitung, und was sich für mich richtig anfühlt, muss nicht automatisch das Richtige für dich sein.

Trotzdem gibt es einige Dinge, auf die ich persönlich achten würde, wenn ich heute zum ersten Mal Reiki buchen würde. Manche davon betreffen die Ausbildung und den Ablauf, andere sind viel weniger greifbar. Denn am Ende geht es auch um die Frage, ob du dich bei einem Menschen wohl genug fühlst, um dich für eine Stunde vertrauensvoll in seine Hände zu begeben.

Ich stelle dir hier daher eine Liste von Punkten vor, die mir persönlich wichtig waren. Vielleicht hilft dire das bei deiner persönlichen Orientierung, worauf du selbst Wert legst.

1. Ich bekomme verständlich erklärt, was mich erwartet

Eine gute Reiki-Behandlung sollte für mich kein Mysterium sein.

Ich würde vorab wissen wollen:

  • Wie läuft die Reiki-Sitzung ab?

  • Wie lange dauert sie?

  • Wie werde ich ungefähr berührt?

  • Kann ich sagen, wenn ich eine Berührung nicht möchte?

  • Muss ich währenddessen Schweigen?

  • Was kostet die Anwendung?

Wenn du auf einer Website hauptsächlich große Versprechen findest, aber kaum erfährst, was während der gebuchten 60 Minuten tatsächlich passiert, würde ich konkreter nachfragen.


Nicht jede Reiki-Praxis muss dabei gleich arbeiten. Im Gegenteil: Unterschiedliche Traditionen und Praktizierende können eine Sitzung unterschiedlich gestalten. Entscheidend wäre für mich, dass ich vorher ein ungefähres Bild davon bekommen kann.

Bei meinen Jikiden-Reiki-Anwendungen in Hamburg findet zu Beginn beispielsweise ein kurzes Gespräch statt. Während der eigentlichen Anwendung liegst du vollständig bekleidet auf einer Liege. Ich lege meine Hände nacheinander auf verschiedene Bereiche des Körpers. Wenn du an einer Stelle nicht berührt werden möchtest, kann die Anwendung entsprechend angepasst werden.

Du musst währenddessen nichts Bestimmtes tun, an nichts Bestimmtes denken und auch nichts Bestimmtes fühlen. Gerade bei einer ersten Reiki-Sitzung finde ich diese Transparenz wichtig. Denn je weniger du darüber nachdenken musst, was als Nächstes passiert oder was von dir erwartet wird, desto mehr hast du die Möglichkiet, dich zu öffnen und fallen zu lassen.

2. Ich möchte nachvollziehen können, wie die Person ausgebildet wurde

Bei deiner Suche wirst du wahrscheinlich auf Begriffe wie Reiki Practitioner, Reiki Meister:in oder Reiki Lehrer:in stoßen. Gleichzeitig gibt es unterschiedliche Reiki-Traditionen und sehr unterschiedliche Ausbildungswege.

Deshalb würde ich mich nicht ausschließlich an einem Titel orientieren. Interessanter finde ich die Frage, welche Form von Reiki die Person gelernt hat, wie sie ausgebildet wurde und in welcher Tradition sie praktiziert.

Und selbstverständlich auch, ob du die Person sympathisch findest, ihre Art mit dir resoniert und du dir vorstellen kannst, dich vertrauensvoll in ihre Hände zu begeben.

Ich selbst praktiziere Jikiden Reiki. Dabei handelt es sich um eine japanische Reiki-Tradition, deren Übertragungslinie sich über meinen Lehrer Tadao Yamaguchi und seine Mutter Chiyoko Yamaguchi über Chujiro Hayashi bis zu Mikao Usui zurückverfolgen lässt.

Meine eigene Reiki-Linie ist:

Mikao Usui → Hayashi Chujiro → Yamaguchi Chiyoko → Yamaguchi Tadao → Schmitz Carina

Ich bin als Jikiden Reiki Shihan Kaku ausgebildet und wurde von Tadao Yamaguchi persönlich unterrichtet. Davor habe ich den Jikiden Reiki Practitioner bei Daishihan Ute Vetter gemacht.

Ich persönlich bin ein sehr kopflastiger, verstandesorientierter und wissbegieriger Mensch, ich habe viele Fragen und suche Antworten. Diese Tradition und ihre Geschichte und die ausführliche Wissensvermittlung in der umfangreichen Ausbildung waren für mich daher persönlich wichtige Gründe, mich für Jikiden Reiki zu entscheiden. Für einen anderen Menschen können andere Aspekte wichtiger sein – und auch andere Reiki-Traditionen können sich für ihn stimmig anfühlen. Was mir unabhängig davon wichtig wäre: Ich möchte verstehen können, welchen Weg die Person gegangen ist, bei der ich einen Termin buche.

3. Ich möchte selbst entscheiden dürfen, was ich von Reiki erwarte

Menschen kommen aus sehr unterschiedlichen Gründen zu Reiki. Manche sind einfach neugierig. Andere suchen bewusst einen Moment der Ruhe und Selbstfürsorge. Wieder andere befinden sich in einer anstrengenden Lebensphase oder beschäftigen sich aufgrund persönlicher Erfahrungen intensiver mit ihrem körperlichen und emotionalen Wohlbefinden.

Entsprechend unterschiedlich können auch die Erwartungen an eine Reiki-Sitzung sein.

Mir persönlich ist wichtig, diese Erwartungen nicht vorzugeben. Ich möchte dir vor einer Sitzung nicht erzählen, was du anschließend fühlen wirst oder welches Ergebnis eintreten soll.

Ich stelle keine medizinischen Diagnosen und verspreche keine Heilung. Reiki ersetzt für mich keine ärztliche, heilkundliche oder psychotherapeutische Behandlung und sollte notwendige medizinische Hilfe niemals verzögern.

Gleichzeitig darfst du natürlich deine eigenen Hoffnungen, Fragen und Vorstellungen mitbringen. Für mich besteht ein wichtiger Unterschied zwischen dem, was einzelne Menschen während oder nach Reiki persönlich erleben, und einer Wirkung, die jemand einem anderen Menschen verspricht. Gerade bei einer ersten Sitzung darfst du deshalb neugierig bleiben und anschließend selbst entscheiden, wie du deine Erfahrung einordnest. Kleiner Spoiler: Meiner Erfahrung nach erleben Kund:innen die Reiki-Sitzungen auch jedesmal anders. Deine Erfahrung an dem einen Tag, kann sich beim nächsten Mal wieder neu und spannend anfühlen. Was den Körperwahrnehmungs- und Achtsamkeitsprozess während einer Reiki-Anwendung für mich persönlich so besonders spannend macht.

4. Ich möchte Fragen stellen dürfen – auch kritische

Muss ich an Reiki glauben? Was soll ich dabei spüren? Was passiert, wenn ich gar nichts wahrnehme? Warum werden die Hände an bestimmten Stellen aufgelegt? Und was weiß die Forschung eigentlich über Reiki? Ich habe mir diese Fragen selbst gestellt und habe vor meiner Jikiden-Reiki-Ausbildung auch einmal aktiv ausprobieren wollen, wie sich speziell Jikiden Reiki für mich anfühlt, bevor ich das Seminar buche.

Reiki ist keine Religion. Du musst keine bestimmte Weltanschauung haben, um Reiki kennenzulernen. Du darfst neugierig sein, skeptisch sein und Dinge verstehen wollen.

Gerade weil rund um Reiki traditionelle Vorstellungen, persönliche Erfahrungen und wissenschaftliche Fragestellungen aufeinandertreffen, finde ich einen transparenten Umgang damit wichtig.

Wenn du also vor deinem ersten Reiki-Termin etwas nicht verstehst, aber es für dich wichtig ist vor der Anwendung zu wissen - frag nach. Die Antwort – und auch die Art, wie jemand mit deiner Frage umgeht – kann dir dabei helfen herauszufinden, ob diese Person zu dir passt.

5. Ich möchte mich mit meinen persönlichen Grenzen sicher fühlen

Eine Reiki-Sitzung kann eine körperlich recht nahe Situation sein. Du liegst möglicherweise eine längere Zeit mit geschlossenen Augen auf einer Liege, während ein anderer Mensch neben dir sitzt und seine Hände an unterschiedlichen Positionen auflegt.

Für mich gehört deshalb zu einer angenehmen Reiki-Erfahrung, dass klar ist: Du bestimmst über deinen Körper und deinen Prozess.

Ich hatte bereits Kund:innen, die sich selbst an bestimmten Stellen am Körper ungern berühren, warum sollten sie in einer Reiki-Sitzung von einer fremden Person dort berührt werden wollen? Bei Reiki-Anwendungen gibt es verschiedene Möglichkeiten, sollte es wichtig sein, bestimmte Stellen gezielt zu behandeln, aber eine Berührung nicht gewünscht sein. Die Hände können etwa darüber gehalten statt aufgelegt werden oder die Stelle kann aus der Distanz behandelt werden - ohne dass die/der Reiki-Lehrer:in überhaupt direkt in Körperkontakt mit der/dem Kund:in steht. Wichtig ist mir persönlich, dass gesagt werden darf, wo es sich gut anfühlt und wo man wünscht, dass die jeweilige Position länger gehalten wird und wo es gegebenenfalls zu stark oder unangenehm ist und dann sollte man nichts aus- oder durchhalten müssen. Vielleicht möchtest du auch zwischendurch deine Position verändern. Vielleicht merkst du während der Sitzung, dass du auf Toilette gehen möchtest oder eine Pause brauchst.

All das darf ausgesprochen werden.

Menschen haben unterschiedliche Grenzen und unterschiedliche Erfahrungen mit Berührung. Deshalb würde ich mich bei der Auswahl fragen: Habe ich das Gefühl, dass meine persönlichen Grenzen hier selbstverständlich Platz haben?

6. Ich möchte meine Reiki-Erfahrung selbst einordnen dürfen

Wenn du vor deiner ersten Reiki-Sitzung im Internet recherchierst, was man bei einer Reiki-Session spürt, wirst du wahrscheinlich auf sehr unterschiedliche Erfahrungsberichte stoßen. Menschen beschreiben Wärme oder Kälte, Kribbeln, Schwere, Farben oder Bilder. Manche erzählen von einer intensiven Ruhe, andere von Gedanken und Emotionen, die während der Sitzung auftauchen.

Und manche liegen vielleicht einfach da und denken: Ich liege hier. Oder schlafen ein.

Auch das darf sein.

Reiki wird sehr individuell wahrgenommen. Wie oben beschrieben können sich sogar bei derselben Person zwei Sitzungen vollkommen unterschiedlich anfühlen.

Auch die Reiki-Praktizierenden können entsprechend unterschiedliche Wahrnehmung haben. Einige sehen Bilder, erhalten Botschaften, fühlen Körperregionen etc. Und nicht alles davon muss zwangsläufig etwas mit dir zu tun haben, es können auch Themen der Reiki-Praktizierenden selbst sein. Mir persönlich ist deshalb wichtig, dass du selbst entscheidest, ob du die Wahrnehmungen der Reiki-Lehrenden als Erfahrungsaustausch im Nachgang an die Sitzung wissen möchtest oder nicht. Wir können darüber sprechen, wenn du möchtest. Du darfst deine Erfahrung aber genauso gut einfach stehen lassen. Es ist deine Erfahrung – und damit darf auch die Interpretation bei dir bleiben.

7. Am Ende muss es für mich auch menschlich passen

Du kannst dir Ausbildungsnachweise ansehen, etwas über verschiedene Reiki-Traditionen lesen, Preise vergleichen und Google-Bewertungen durchgehen. All das kann bei der Entscheidung helfen.

Und trotzdem bleibt etwas übrig, das sich nur schwer in eine Checkliste packen lässt: Mag ich diesen Menschen? Zieht mich etwas an - oder zögere ich schon länger. Hier würde ich meinem Bauchgefühl vertrauen.

Bei einer Reiki-Sitzung verbringe ich eine vergleichsweise ruhige und persönliche Stunde mit einer Person. Deshalb würde ich mir vor einer Buchung auch anschauen, wie sie kommuniziert. Wie schreibt sie über Reiki? Wie spricht sie über die Menschen, die zu ihr kommen? Fühle ich mich von ihrer Art angesprochen oder eher nicht?

Auch Bewertungen können dabei interessant sein. Ich würde allerdings nicht nur danach schauen, welche besonderen Erfahrungen andere Menschen mit Reiki beschreiben, sondern auch darauf, was sie über die Person und den Rahmen erzählen: Haben sie sich wohlgefühlt? Wurde verständlich erklärt, was passiert? Wie wurde die Atmosphäre wahrgenommen?

Manchmal ist es am Ende gar nicht die eindrucksvollste Qualifikation oder die schönste Website, die entscheidet. Es ist schlicht das Gefühl:Ja, dieser Person kann ich mir vorstellen, mich für eine Stunde anzuvertrauen.

Manchmal kommen auch Kund:innen zu mir und sagen: „Ich wollte einfach mal ausprobieren, ob es zwischen uns vibed, ob die Energie passt. Ob ich dich gut riechen kann.“

Und wenn dieses Gefühl bei einer anderen Reiki-Praktizierenden entsteht als bei mir, ist auch das vollkommen in Ordnung. Für mich sollte es keinen Loyalitätsvertrag geben. Manchmal möchte man verschiedene Reiki-Stile und Lehrende ausprobieren, bevor man sich für eine Person entscheidet. Oder man entscheidet sich grundsätzlich gar nicht, sondern probiert mal hier und mal dort – ähnlich wie man auch nicht jeden Tag das Gleiche essen möchte. Vielleicht braucht es, je nach eigenem Entwicklungsprozess, auch unterschiedliche Impulse von verschiedenen Menschen.

Wie findest du nun den passenden Reiki-Anbieter für dich?

Vielleicht besteht die Antwort weniger darin, den objektiv „besten“ Reiki-Anbieter zu finden, als einen Menschen, dessen Arbeitsweise zu dem passt, was du suchst.

Für mich persönlich wären dabei Transparenz, ein nachvollziehbarer Ausbildungsweg, ein respektvoller Umgang mit meinen Grenzen und Offenheit gegenüber meinen Fragen wichtig. Ich möchte vorher wissen, was ungefähr passieren wird, und gleichzeitig die Freiheit haben, meine Erfahrung anschließend selbst einzuordnen.

Und dann gibt es noch die persönliche Ebene. Sympathie lässt sich nicht zertifizieren und Vertrauen nicht über eine Google-Bewertung garantieren.

Deshalb kann eine erste Reiki-Sitzung auch genau das sein: ein Kennenlernen.

Du musst vorher noch nicht wissen, ob Reiki langfristig zu dir passt. Du darfst eine Person und ihre Arbeitsweise kennenlernen, die Sitzung erleben und danach selbst entscheiden, ob du wiederkommen möchtest.

Reiki in Hamburg zum ersten Mal ausprobieren

Wenn du Reiki bisher noch nicht kennst und herausfinden möchtest, wie sich eine Sitzung für dich anfühlt, kannst du Jikiden Reiki in meiner Praxis in Hamburg-Barmbek kennenlernen.

Vor der Anwendung nehmen wir uns Zeit für deine offenen Fragen. Ich erkläre dir, was während der Sitzung passiert, und du kannst mir sagen, was dir wichtig ist.

Danach darfst du vor allem deine eigene Erfahrung machen.

Für Neukund:innen biete ich ein Reiki-Kennenlernangebot mit 60 Minuten für 75 Euro an. Weitere Termine sind möglich, aber nicht vorausgesetzt.

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